Es macht immer mehr Freude. Weil ich diese Grundsätze beherzige:
In der Bewusstseinsordnung der Tiere wird Ordnung durch Dominanz erzielt. Intellektuelles Bewusstsein stellt Ordnung durch Streit und Debatten her. Spirituelles Bewusstsein erschafft Ordnung durch Respekt.
aus: Harry Palmer, Liebe die kostbare Menschheit
Schule für Basis- und Bodenarbeit für Pferde und Menschen.
Die beste Art zu reiten, ist die, wenn der Reiter das Pferd nicht stört. Wie kann der Reiter ein Pferd bewegen ohne es zu stören? Nun, indem er die Bewegungen des Pferdes fühlt und fühlend darauf einwirkt. Es ist also eine große Einigkeit und Harmonie zwischen zwei Wesen notwendig, damit das Reiten zur Freude wird. Wenn der Reiter erkennt, dass er in Wahrheit in dem Pferd einen Spiegel sieht, dann ist das Reiten in Harmonie möglich. In der Praxis sieht das so aus: fühle in Dich hinein, fühle Deine Befindlichkeit. Wie geht es Dir jetzt? Wie geht es Dir heute? Bringst Du Ärger und Frust aus dem Büro mit in den Sattel? Dein Pferd spürt es! Sei liebevoll mit Dir und Dein Pferd wird sich entspannen. Fühle, wenn Du im Sattel sitzt, wie sich Dein Körper anfühlt. Wo befinden sich Deine Beine? Wo ist Dein Becken? Wie fühlt sich der Brustkorb an? Wie ist die Verbindung zwischen dem Brustkorb und dem Becken? Mache einen kleinen Startcheck, sei ganz und gar hier. Gehe ins Gefühl, lasse den Kopf und deinen Verstand für die Dauer des Reitens links liegen. Sage Deinem Verstand: Du kannst jetzt meinetwegen weiter argumentieren – ich werde jetzt fühlend reiten. Gib Deinem Verstand jetzt keine Aufmerksamkeit mehr und fühle nur, wie Du Dich fühlst. Du wirst einen viel innigeren Kontakt mit Deinem Pferd verspüren und Dein Pferd wird es Dir danken! Wenn Du bei Dir angekommen bist, und das bist Du, wenn Du einmal die Gedanken Gedanken sein lässt. Beginne zu fühlen, wie viel Kraft Du brauchst, um Dein Pferd zu bewegen. Du musst Dich nicht anstrengen. Wenn es noch nicht leicht geht, dann registriere einfach, wie es geht. Mache immer wieder den Versuch, ohne Kraft zu reiten und Dich nicht anzustrengen. Es ist nur ein Training der inneren Energien notwendig, um von der anstrengenden Reiterei zur feinen Reiterei zu kommen. Wenn Du merkst, dass Du Dich verspannt, dann frage Dich: Warum mache ich das? Gibt es einen Grund dafür? Woher kommen meine gewohnten Handlungen, die mein Reiten zur Anstrengung machen. Dein Pferd antwortet nur auf das, was Du mit ihm erzählst. Fühlend erzählst. Es kann Dich sehr gut fühlen. Wenn Du Dich nicht gut fühlst, fühlt sich Dein Pferd auch nicht gut. Du willst los? Anreiten? Triff bewusst die Entscheidung dazu. Mache es nicht automatisch! Wie es Dir irgendjemand erzählt hat. Fühle wie es sich anfühlt, wenn Du seinen Bauch mit Deinen Schenkeln berührst. Gibt es schon eine Wirkung? Oder sagt Dein Pferd möglicherweise: Das will ich deutlicher fühlen. Gib mir ein klares Signal. Wenn es so ist, dann ist Dein Pferd nicht störrisch, sondern es trainiert Dich eventuell im Fühlen, im Entscheidungen treffen, im authentischen Handeln. Möglicherweise sagt es Dir: Sei erst mal hier bei mir, bevor du schon weiter willst. Es ist Dein bester Trainer. Die Pferde zeigen uns, wie sie geritten werden wollen! Störe es also nicht und beginne über das Gefühl ein Gespräch mit ihm. Dein Pferd wartet nur darauf, mit Dir in einen lebendigen Dialog einzutreten. Wie fühlst Du Dich jetzt? Klarer? Wacher? Rolle einmal die Schulterblätter nach hinten. Was macht Dein Pferd mit dieser Veränderung? Schreitet es möglicherweise entspannt vorwärts? Es geht! Übe es. Wenn es noch nicht auf die feinste, unsichtbare Art geht, dann übertreibe diese Bewegung, bis Dein Pferd eine Reaktion zeigt. Denke daran: mache ein Spiel daraus. Kämpfe nicht und sei nicht ungehalten. Du machst keine Fehler! Sei liebevoll mit Dir. Weißt Du eigentlich, wo Deine Hände im Moment sind? Wie sieht es mit Deinen Zehen aus? Kannst Du sie im Stiefel genau fühlen? Das gehört zum Startchek, bevor Du Reiten willst. Versuche auch einmal im Sattel mehr Bewegung zu machen als Du brauchst, und fühle, wie Dein Pferd darauf reagiert. Es geht nur darum lebendig zu sein. Probiere es aus!..........
Auf diesen Seiten finden sie meine philosophische Betrachtung über das Reiten. Eine Betrachtungsweise, die in der Praxis erlebbar ist. Sie hat also „Hand und Fuß“ (HandundFußhaben, gut vorbereitet / durchdacht / solide / vertrauenswürdig sein, stammt aus der Ritterzeit. Der Ritter hatte HandundFuß, wenn die rechte Hand zum Schwert tragen geeignet war und der linke Fuß, um das Pferd zu besteigen) und ist keine künstliche, erdachte Fiktion, sondern praktische Realität.
In der Philosophie (griechisch φιλοσοφία philosophía, wörtlich ‘Liebe zur Weisheit’) wird versucht, die Welt und die menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen. Von den anderen Wissenschaften unterscheidet sie sich dadurch, dass sie sich nicht auf ein spezielles Gebiet oder eine bestimmte Methodologie begrenzt, sondern durch die Art ihrer Fragestellungen und ihre besondere Herangehensweise an ihre vielfältigen Gegenstandsbereiche charakterisiert ist.
Der Begriff „Philosophie“, zusammengesetzt aus griechisch φίλος (phílos) „Freund“ und σοφία (sophía) „Weisheit“, bedeutet wörtlich „Liebe zur Weisheit“ bzw. einfach „zum Wissen“ – denn sophía bezeichnete ursprünglich jede Fertigkeit oder Sachkunde, auch handwerkliche und technische.
Was ist ein Pferd?
Ob du ein Pferd vor dir hast, liegt daran, in welcher Entfernung du dich zu ihm befindest und was du über „Pferd“ weißt.
Wenn du nah genug an diesem Tier bist, sagt dein Verstand: „Ja, das ist ein Pferd!“, weil er es mit der Datei „Das ist ein Pferd.doc“, die er in sich abgespeichert hat, vergleicht.
Würdest du dich auf einer umfassenderen Ebene befinden und in einigen Tausend Metern Entfernung etwas auf vier Beinen sehen, könntest du es erst einmal nur als Tier identifizieren.
Wenn du es von Nahem betrachtest und deine Datenbank mehr Vergleichsmöglichkeiten hat, kannst du, wenn es sich tatsächlich um ein Pferd handelt, es als solches bezeichnen. Wenn du noch näher herankommst, sagen wir beispielsweise, du befindest dich im Stall mit deinem eigenen Pferd, dann kannst du es als “mein Pferd“ benennen, dem du auch einen Namen gegeben hast. Kommst du noch näher heran, wirst du feststellen, dass der Rahmen, den ein Pferd vom Hintergrund abgrenzt und es damit als solches erkennt, verschwimmt.
Du siehst dann z.B. nur Haare. Schwarz, braun oder weiß, je nach dem. Noch weiter vorne mit deinen Augen, wenn du ganz nah bist, kannst du nur noch eine Farbe lokalisieren. Da, wo das übliche Sehvermögen erschöpft ist, kannst du in den Mikrobereich der Naturwissenschaft gehen, die uns bestätigt, dass wir aus Gewebe - Fleisch, Muskeln, Organen, Flüssigkeiten usw. - bestehen. Wenn wir noch intensiver hinsehen und uns, oder ein Pferd unter dem Mikroskop betrachten, erkennen wir Zellen, die zu Atomen und Quarks werden. Zum Schluss sind es dann 99,9% Nichts, leerer Raum und 0,01% Materie, die sich in diesem Raum bewegt.
Nun kann ich die Frage „Was ist ein Pferd?“ auch so stellen: Was ist ein Mensch? Ich werde letztlich zum gleichen Ergebnis kommen: 99,9% Nichts, leerer Raum und 0,01% Materie.
Sind dann ein Pferd und ein Mensch nicht das Gleiche? Von gleicher Beschaffenheit/Substanz?
Wenn da aber nichts ist, außer Raum, wer entscheidet dann darüber, das eine Pferd und das andere Mensch zu nennen? Muss dann dieser Raum intelligent sein? Vielleicht ist sich dieser Raum seiner selbst als Raum, in dem alles erscheint und damit benannt werden kann, bewusst! Wenn da etwas in dem Raum erscheint, muss sich dieser Raum darüber bewusst sein, es als Pferd oder als was auch immer zu erkennen.
Ist dann ein Pferd, ein Mensch, eine Pflanze – alles erscheint in dem Raum - der ja, wie wir gelesen haben aus Nichts besteht, das Gleiche?
Wenn dieser Raum erkennt: ICH BIN, ist dann alles, was in diesem Raum erscheint und auch wieder vergeht ICH?
Nun gebe ICH Bewertungen ab, definiere etwas, gebe ihm Charaktereigenschaften, nenne das Pferd so und so. Dann ist das Pferd, ein Pferd das ich gemacht habe. Voraussetzung dafür ist allerdings die Tatsache, dass ich mich als der Raum erkenne indem das Pferd erscheint.
Wenn ich mich mit „Mensch“ identifiziere, der auch in dem Raum erscheint, habe ich Ursache und Wirkung vertauscht. Dann stehen sich Pferd und Mensch gegenüber. Sie werden als getrennt existierende Wesen gesehen.
Ist, wenn ich etwas als getrennt von mir sehe, Kommunikation möglich?
Oder ist dies der Anfang von Konfrontation (lat.: Gegenüberstellung, sich gegenseitig störenden und vorerst unvereinbaren Positionen)?
In meinem täglichen Erleben kommuniziere ich mit Pferden, weil ich mich nicht als getrennt von Ihnen erlebe, sehe aber bei vielen Menschen, die sich mit ihrem vergänglichen Körper identifizieren, also mit 0,01% Materie, Konfrontation.
Für mich ist ein Pferd ein Pferd. Punkt.
Mit der Benennung ein Pferd ist schwierig, widerspenstig, ungehorsam, …, wird es zu „meinem“ Pferd, zu dem was ich daraus mache.
Die Frage: Was ist ein Pferd? Ist eigentlich nicht zu beantworten, sondern nur zu erfahren.
……….und darum geht es im Leben! Alles zu erfahren.
und nun geht es weiter:
Butter bei die Fische
sprichwörtlich: (Aufforderung, Klartext zu reden / die Wahrheit zu sagen / etwas einzubringen / etwas einzusetzen / etwas zu investieren / zur Sache zu kommen / eine Sache anzupacken.)
Meine Arbeit mit Pferden, die ich vor 25 Jahren begonnen habe, setzt sich mit der Erkenntnis fort, dass es nicht wirklich ein „Außen“ gibt. Dieses sogenannte „Außen“, diese Welt ist nur eine Projektion meines Geistes. Ein Spiegelbild meiner Gedanken.
Alles ist in meinem Geist und alles, die ganze Welt ist ein exaktes Abbild der Gedanken meines Geistes.
Ich habe mich schon sehr früh gefragt: Wer bin ich, woher komme ich, was mache ich hier? Was ist Leben? Fragen, die viele Menschen erst garnicht stellen, oder, wenn doch, keine ausreichenden Antworten finden. Wenn ich mal von den wenigen sogenannten Erleuchteten absehe, die jenseits meines Erfahrungsbereiches sind.
Das aber alles zumindest etwas mit mir zu tun hat, ja, das habe ich inzwischen erkannt und zähneknirschend akzeptiert.
Ich habe viele Jahre damit verbracht Menschen zu studieren. Besonders reitende Menschen!
Wenn ich nach Jahren, in denen ich den Kontakt zu dem Einen oder Anderen verloren hatte, wieder mit diesen Menschen in Kontakt kam und ihn/sie reiten sah, musste ich oft erschüttert feststellen, dass sich nichts geändert hatte. Besonders bei den Menschen, die ihre Pferde für ihre Reiterei verantwortlich machten, war das offensichtlich. Gesegnet sind die, die sich kein Pferd nach dem anderen kaufen können um so ihr Defizit an Reitvermögen, Pferdegefühl und Horsemanship zu kaschieren. Sie müssen! Oder dürfen? sich mit ihrem Pferd beschäftigen/auseinander setzen.
Besser wäre zu sagen: sich mit dem Pferd verbinden. Jeder ist Schöpfer seines Lebens, seiner Umstände. Jeder erschafft sich seine Bedingungen unter denen er leben will.
Wozu? Um es zu erfahren! Das Kernproblem sieht für mich so aus:
Wir alle sind Wesen, die menschliche Erfahrungen machen. Bei den meisten Menschen, die ich kennengelernt habe, ist es umgekehrt. Sie sind der Meinung wir seien Menschen und meinen damit Geschöpfe aus Fleisch und Blut. Mit einer Fähigkeit zu denken, zu fühlen und zu handeln. Das ist richtig! Aber was ist das Wesentliche eines Menschen? Seine Fähigkeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen?
Doch es ist die Fähigkeit des Geistes und des Bewusstseins, (im Gegensatz zum Verstand) der/das denkt, fühlt und dies im Körper ausdrückt und erfährt. Wenn ein Mensch nur negativ denkt und fühlt, wird sich das im Körper und schließlich in seiner Welt im gesamten Erfahrungsbereich ausdrücken. Auf der Ebene der Ursachen – im Denken, im Geist also, wird alles, was geteilt wird vermehrt. Ist es da nicht sinnvoll Freude, Liebe, Mitgefühl und Toleranz miteinander zu teilen? Als den Kummer und den Stress, den wir zweifellos haben?
Pferde haben für das, was wir ständig denken und fühlen und uns damit zu eigen machen, ein sehr feines Gespür! Ist es nicht so, dass jeder schon erfahren hat, wie gut das reiten war, wenn wir „Gut drauf“ waren. Was bedeutet das? Heißt das gute Laune haben? Sorglos sein? Erfolgreich sein, das sich dann in entsprechend wohligen Gefühlen ausdrückt und das Pferd ...............wie Butter unter einem geht?
Wenn das alles so ist, muss ich nicht mehr am Pferd arbeiten, es für seinen Unwillen bestrafen, Erziehungsmaßnahmen einleiten. Das Pferd kann nicht anders als mich zu spiegeln.
Rudolf G. Binding hat dies schon in seinem Buch „Reitvorschrift für eine Geliebte“ geschrieben:
Ärger dich nie über dein Pferd, du könntest dich ebenso über deinen Spiegel ärgern.
Anders ausgedrückt: schau nicht in den Spiegel und warte darauf, dass er zu lächeln beginnt, das wird n i e funktionieren.
Wer bei mir nach Lösungen im Umgang mit seinem Pferd und seinen Problemen, die in Wahrheit Gelegenheiten zum Wachsen sind, sucht, wird sie finden, denn die Lösungen sind schon da. Die Lösung heißt Ehrlichkeit mit sich selbst, Mut zur Wahrheit und die Fähigkeit zur Selbstkritk.
Ich selbst habe es in meinem Leben nie anders erfahren, als dass die Lösung immer dann präsent war, wenn ich mich ehrlich unfähig fühlte auch nur eines meiner Probleme zu lösen. Wenn ich mir selbst bescheinigt habe: Ja, ich brauche Hilfe, so geht es nicht weiter. Dann kam die Hilfe. Heute bin ich in der glücklichen Situation, mich auf meinen inneren Lehrer zu verlassen und ihm zu vertrauen.